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	<title>Kunst und Arbeit</title>
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	<description>Zum Verhältnis von Ästhetik und Arbeitsanthropologie vom 18. bis zum 21. Jahrhundert</description>
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		<title>Arbeitsformen und Prüfungstechniken 1800 / 2000</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 15:59:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Andreas Gelhard</dc:creator>
				<category><![CDATA[Teilprojekte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Überprüfung von – fachlichen, kommunikativen, emotionalen – Kompetenzen gehört zu den unübersehbaren Bestandteilen unserer derzeitigen Arbeitswelt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ausgehend von der Beobachtung einer zunehmenden – und letztlich hypertrophen – Ausbreitung von Prüfungstechniken in allen Ausbildungs- und Arbeitsfeldern verfolgt mein Teilprojekt eine systematische (I) und eine historische Hypothese (II).</p>
<p>(I) Die systematische Hypothese lautet, dass Arbeit und Prüfung einander nicht äußerlich sind, sondern Arbeit wesentlich ein Moment der Bewährung eignet.  Das gilt zumindest, wenn man denjenigen philosophischen Bestimmungen des Arbeitsbegriffs folgt, die von Hegels <em>Phänomenologie des Geistes</em> ausgehen. Zentral für diese Bestimmungen ist ein Begriff der <em>Entäußerung</em>, der bei Hegel selbst aufs engste mit dem Prozess der <em>Prüfung </em>und <em>Bewährung</em> verbunden ist, der den gesamten Gang der <em>Phänomenologie</em> trägt. Arbeit erscheint hier als ein möglicher Modus eines Prozesses der Entäußerung, in dem sich die von Hegel so genannten „Bewusstseine“ der Widersetzlichkeit der Dinge und dem Urteil der Anderen aussetzen. Sich „entäußern“ bedeutet dabei immer auch, „sich von dieser und jener Seite zeigen“, „sich darstellen“. Das erlaubt einerseits, Arbeit als eine spezifische Form kollektiver Erfahrung zu begreifen, und es erklärt andererseits, weshalb sich Arbeit an die unterschiedlichsten Prüfungstechniken anschließen lässt, wie Hegel sie zum Beispiel in den Praktiken der protestantischen Frömmigkeit findet (und kritisiert).</p>
<p>(II) Die historische These lautet, dass sich einige Eigenarten derjenigen Rechtfertigungsordnung, die Luc Boltanski und Ève Chiapello als „neuen Geist des Kapitalismus“ bezeichnen, besonders deutlich an den neuen Prüfungstechniken ablesen lassen, die diese Ordnung bestimmen, dass die Ursprünge dieser Techniken aber keineswegs neu sind, sondern sich bis auf den ästhetisch-politischen Diskurs um 1800 zurückverfolgen lassen.</p>
<p>Nach Boltanski und Chiapello bewähren sich Akteure in dem von ihnen so genannten „konnexionistischen Kapitalismus“ vor allem durch die Fähigkeit, Menschen kennenzulernen, Kontakte zu pflegen und dieses soziale Kapital beim Wechsel zwischen unterschiedlichen Projekten erfolgreich einzusetzen. Eine der wichtigsten Bewährungsproben – <em>épreuves</em> – in der entsprechend strukturierten Arbeitswelt sehen sie daher im Wechsel zwischen verschiedenen Projekten. Eva Illouz fügt dieser Analyse den wichtigen Hinweis auf die „emotionale Kompetenz“ hinzu, die in immer mehr Berufsfeldern den Zugang zu Stellen und Projekten regelt (vgl. <em>Die Errettung der modernen Seele</em>).</p>
<p>Betrachtet man vor diesem Hintergrund einen Text wie Friedrich Schillers Briefe über ästhetische Erziehung, so findet man einerseits eine harsche Kritik der politischen und ökonomischen Verhältnisse um 1800 (die zuweilen als eine Art marxistischer Entfremdungskritik avant la lettre verstanden wurde) und andererseits ein ästhetisch-politische Befreiungsprogramm, das unmittelbar dem „konnexionistischen Kapitalismus“ vorzuarbeiten scheint. Denn Schiller schlägt vor, beim „Empfindungsvermögen“ anzusetzen, um den Großteil der Menschen, der schlicht zu  „ermüdet und abgespannt“ ist, um sich aufklären zu lassen, den Regeln einer freien „Geselligkeit“ zu öffnen.</p>
<p>Meine Hypothese lautet, dass sich Versatzstücke solcher ästhetisch-politischer Programme in den Rechtfertigungsmustern des geselligen Kapitalismus finden, für den eine zunehmende Verwischung der Grenze zwischen beruflicher und privater Kommunikation, die Forderung, sich als „ganze Person“ einzubringen und bestimmte Techniken des Gefühlsmanagements besonders charakteristisch sind. Darüber hinaus ist Schillers Konzeption anschlussfähig für eine Umstrukturierung von Prüfungsformaten, die sich als Umstellung vom Modell des Examens auf das der „Übung“ (Foucault) oder des „Trainings“ (Kittsteiner) beschreiben lässt. Diese Umstrukturierung ist eine entscheidende Voraussetzung für die Ausbreitung von Prüfungstechniken in alle Etappen und Bereiche von Ausbildungs- und Arbeitszusammenhängen.</p>
<p>(III) Bestätigen sich die Hypothesen I und II, so lassen sich Hegels Überlegungen zur Entäußerung mitunter als vorgreifende Kritik am geselligen Kapitalismus lesen. Denn die Polemik gegen vorgreifende Verhaltenskontrolle und pietistisches Gefühlsmanagement, die sich in seinen frühen Schriften findet, geht ungebremst auch in den Argumentationsgang der <em>Phänomenologie</em> ein. Zunächst  müssen sich aber die Hypothesen I und II bewähren.</p>
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		<title>Partner</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 15:28:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Partner]]></category>

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		<description><![CDATA[Wird von Milan aktualisiert.
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wird von Milan aktualisiert.</p>
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		<title>Kontakt</title>
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		<pubDate>Thu, 15 Oct 2009 14:19:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kontakt]]></category>

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		<description><![CDATA[PD Dr. Anja Lemke
Vertretungsprofessur für Neuere Deutsche Literatur
Institut für Deutsche Sprache und Literatur I
Universität zu Köln
Albertus Magnus Platz
D- 50923 Köln
Tel: 0221-470-5230
Fax: 0221-470-5107
E-Mail: alemke0@uni-koeln.de
]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>PD Dr. Anja Lemke<br />
Vertretungsprofessur für Neuere Deutsche Literatur</p>
<p>Institut für Deutsche Sprache und Literatur I<br />
Universität zu Köln<br />
Albertus Magnus Platz<br />
D- 50923 Köln</p>
<p>Tel: 0221-470-5230<br />
Fax: 0221-470-5107<br />
E-Mail: <a href="mailto:alemke0@uni-koeln.de">alemke0@uni-koeln.de</a></p>
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		<title>Material Ghosts. Filmische Ontologien und Spektrologien der Arbeit</title>
		<link>http://www.kunst-u-arbeit.de/teilprojekte/eschkoetter-material-ghosts/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 19:16:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Daniel Eschkötter</dc:creator>
				<category><![CDATA[Teilprojekte]]></category>

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		<description><![CDATA[Seit seinem Beginn unterhält das Kino eine ambivalente Affinität zur körperlichen, materiellen Arbeit. Arbeiter, die die Fabrik verlassen, und Bilder der Arbeit sind erste, archetypische Kinobilder. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Schon vor La sortie des usines Lumière à Lyon von 1895, dem Auszug aus der Fabrik der Brüder Lumière, ist die Vorbereitung und Entstehung der Kinematographie an eine visuelle Anthropologie der Arbeitsprozesse gekoppelt: etwa in Etienne-Jules Mareys bewegungsphotographischen Studien, die ihren Nutzen insbesondere auch in der Optimierung von Arbeitseffizienz, der Begründung und visuellen Fundierung einer Arbeitswissenschaft haben sollten.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Filmbilder, dokumentarische, avantgardistische und neorealistische zumal, werden bewegt von Arbeit, von ihrer Körperlichkeit, ihren Serialitäten, Kollektivierungen; gleichzeitig wirkt das narrative Kino, wirkt die ‚Traumfabrik‘ aber auch mit an der Austreibung der Arbeit aus den kollektiven Bildrepertoires. Wie Harun Farocki in Arbeiter verlassen die Fabrik (D 1995) gezeigt hat, steht Arbeit im Film, von Anfang an, gleichsam mit dem Auszug der Arbeiter aus der Fabrik, unter dem Vorzeichen einer Verdrängung, eines Verschwindens.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Mit einem postulierten Aussterben der materiellen Arbeit, dem Workingman’s Death, wie ihn Michael Glawogger in seinem gleichnamigen Dokumentarfilm (AT/D 2005) über globale Stätten körperlicher Schwerstarbeit gleichzeitig annonciert, betrauert und monumentalisiert, wird dieses Verhältnis zwischen Arbeit und Kino auf eine Latenzebene übertragen, das Kino wird als Bildraum immaterieller, nicht unmittelbar Bewegungsbild affiner Arbeit gleichsam zum Schauplatz von Untoten, von Gespenster-Arbeit. Das Teilprojekt, das im größeren Zusammenhang einer Studie zur Konfiguration von Gespenstern, Politik, Historiographie und Medientechnik im Gegenwartskino und der Gegenwartsliteratur steht, untersucht, wie diese spekulative Fassung von Transformationen der Arbeit in zeitgenössischen Filmen thetischen, bild- und narrationsstiftenden Charakter bekommt, wie sich – gegenüber einer filmischen Ontologie der Arbeit, d. h. einer dem Bild der materiellen Arbeit verhafteten Kinematographie, – ein ‚spectral materialism‘ (Eric Santner), filmische Spektrologien der Arbeit formieren.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Im Ausgang von Harun Farockis Filmen zur Schnittstelle von (Kino-)Bildern der Arbeit und Medientechniken der Generierung operativer Bilder sollen einige für diese diskursiven Formationen paradigmatische Filme analysiert und historisiert werden, vor allem im Hinblick auf ihre Fassungen einer visuellen Anthropologie der Arbeit: Einerseits sind dies Filme aus den (Neo-)Neorealismen des gegenwärtigen Weltkinos, deren Bilder und Körper von einer materiellen Arbeit unter Transformationsdruck dynamisiert werden, etwa die Filme des chinesischen Regisseurs Jia Zhang-ke oder der Gebrüder Dardenne; andererseits Filme, die subtile filmästhetische Verschränkungen neorealistischer und materialistischer Verfahren mit Logiken des (Horror- und Noir-)Genres vornehmen, wie das Kino der infamen Menschen des portugiesischen Regisseurs Pedro Costa, Laurent Cantets Postfordismus-Noir L’emploi du temps (F 2001) und die Filme Christian Petzolds, vor allem Yella (D 2007), der als ein hybrides Doppel-Remake die Struktur des Horrorfilms Carnival of Souls (Regie: Herk Harvey; USA 1962) mit Harun Farockis Venture Kapital-Dokumentarfilm Nicht ohne Risiko (D 2004) kreuzt.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Daniel Eschkötter, Literatur- und Filmwissenschaftler, derzeit Promotionsstipendiat am Graduiertenkolleg Mediale Historiographien an der Bauhaus-Universität Weimar, arbeitet, schreibt, forscht u. a. zu Konfigurationen von Geopolitik und Rhetorik, zu politischen Spektrologien, zu alten und neuen Filmen.</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">http://www.mediale-historiographien.de/projekte/eschkoetter.html</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">Links:</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">http://www.cargo-film.de/</div>
<div id="_mcePaste" style="overflow: hidden; position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px;">http://newfilmkritik.de/</div>
<div id="attachment_154" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><img class="size-full wp-image-154 " title="Industrie_1-220" src="/wp-content/uploads/2009/10/Industrie_1-220.jpg" alt="Arbeiter verlassen die Fabrik (Regie: Harun Farocki; D 1995)" width="220" height="165" /><p class="wp-caption-text">La Sortie de l&#39;usine Lumière à Lyon (1895) / Arbeiter verlassen die Fabrik (Regie: Harun Farocki; D 1995)</p></div>
<p>Schon vor <em>La sortie des usines Lumière à Lyon</em> von 1895, dem Auszug aus der Fabrik der Brüder Lumière, ist die Vorbereitung und Entstehung der Kinematographie an eine visuelle Anthropologie der Arbeitsprozesse gekoppelt: etwa in Etienne-Jules Mareys bewegungsphotographischen Studien, die ihren Nutzen insbesondere auch in der Optimierung von Arbeitseffizienz, der Begründung und visuellen Fundierung einer Arbeitswissenschaft haben sollten.</p>
<p>Filmbilder, dokumentarische, avantgardistische und neorealistische zumal, werden bewegt von Arbeit, von ihrer Körperlichkeit, ihren Serialitäten, Kollektivierungen; gleichzeitig wirkt das narrative Kino, wirkt die ‚Traumfabrik‘ aber auch mit an der Austreibung der Arbeit aus den kollektiven Bildrepertoires. Wie Harun Farocki in <em>Arbeiter verlassen die Fabrik</em> (D 1995) gezeigt hat, steht Arbeit im Film, von Anfang an, gleichsam mit dem Auszug der Arbeiter aus der Fabrik, unter dem Vorzeichen einer Verdrängung, eines Verschwindens.</p>
<h2><span style="font-family: georgia, helvetica, arial, sans-serif; line-height: 22px;">Workingman&#8217;s Death<br />
</span></h2>
<div id="attachment_160" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><img class="size-full wp-image-160  " title="Hand_2-220" src="/wp-content/uploads/2009/10/Hand_2-220.jpg" alt="Le fils (Regie: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne; Frankreich/Belgien 2002)" width="220" height="132" /><p class="wp-caption-text">Le fils (Regie: Jean-Pierre Dardenne, Luc Dardenne; Frankreich/Belgien 2002)</p></div>
<p>Mit einem postulierten Aussterben der materiellen Arbeit, dem <em>Workingman’s Death</em>, wie ihn Michael Glawogger in seinem gleichnamigen Dokumentarfilm (AT/D 2005) über globale Stätten körperlicher Schwerstarbeit gleichzeitig annonciert, betrauert und monumentalisiert, wird dieses Verhältnis zwischen Arbeit und Kino auf eine Latenzebene übertragen, das Kino wird als Bildraum immaterieller, nicht unmittelbar Bewegungsbild affiner Arbeit gleichsam zum Schauplatz von Untoten, von Gespenster-Arbeit. Das Teilprojekt, das im größeren Zusammenhang einer Studie zur Konfiguration von Gespenstern, Politik, Historiographie und Medientechnik im Gegenwartskino und der Gegenwartsliteratur steht, untersucht, wie diese spekulative Fassung von Transformationen der Arbeit in zeitgenössischen Filmen thetischen, bild- und narrationsstiftenden Charakter bekommt, wie sich – gegenüber einer filmischen Ontologie der Arbeit, d. h. einer dem Bild der materiellen Arbeit verhafteten Kinematographie, – ein ‚spectral materialism‘ (Eric Santner), filmische Spektrologien der Arbeit formieren.</p>
<h2><span style="font-family: georgia, helvetica, arial, sans-serif; line-height: 22px;">Filmische Fassungen einer Anthropologie der Arbeit<br />
</span></h2>
<div id="attachment_156" class="wp-caption alignleft" style="width: 230px"><img class="size-full wp-image-156  " title="Immateriell_2-220" src="/wp-content/uploads/2009/10/Immateriell_2-220.jpg" alt="Immateriell_2-220" width="220" height="124" /><p class="wp-caption-text">Yella (Regie: Christian Petzold, D 2007)</p></div>
<p>Im Ausgang von Harun Farockis Filmen zur Schnittstelle von (Kino-)Bildern der Arbeit und Medientechniken der Generierung operativer Bilder sollen einige für diese diskursiven Formationen paradigmatische Filme analysiert und historisiert werden, vor allem im Hinblick auf ihre Fassungen einer visuellen Anthropologie der Arbeit: Einerseits sind dies Filme aus den (Neo-)Neorealismen des gegenwärtigen Weltkinos, deren Bilder und Körper von einer materiellen Arbeit unter Transformationsdruck dynamisiert werden, etwa die Filme des chinesischen Regisseurs Jia Zhang-ke oder der Gebrüder Dardenne; andererseits Filme, die subtile filmästhetische Verschränkungen neorealistischer und materialistischer Verfahren mit Logiken des (Horror- und Noir-)Genres vornehmen, wie das Kino der infamen Menschen des portugiesischen Regisseurs Pedro Costa, Laurent Cantets Postfordismus-Noir <em>L’emploi du temps</em> (F 2001) und die Filme Christian Petzolds, vor allem <em>Yella</em> (D 2007), der als ein hybrides Doppel-Remake die Struktur des Horrorfilms <em>Carnival of Souls</em> (Regie: Herk Harvey; USA 1962) mit Harun Farockis Venture Kapital-Dokumentarfilm <em>Nicht ohne Risiko</em> (D 2004) kreuzt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Medienästhetik der Arbeit</title>
		<link>http://www.kunst-u-arbeit.de/teilprojekte/skrandies-medienaesthetik-der-arbeit/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 19:12:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Timo Skrandies</dc:creator>
				<category><![CDATA[Teilprojekte]]></category>

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		<description><![CDATA[Arbeit ist kulturell mehr und auch anderes als 'nur' Erwerbsarbeit. Richtet man den Blick auf künstlerisch-ästhetische Arbeitsformen und medienästhetische Strategien der Repräsentation von Arbeit, wird klar, dass „Arbeit“, im Sinne des produktiven Tuns, ein zentrales Paradigma der Selbstverständigung von Individuum und Kollektiven darstellt. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Dieser kulturelle Selbstverständigungsprozess darüber, welche Bedeutung und Funktion Arbeit gesellschaftlich und individuell hat, ist bedingt durch ästhetische Darstellungsentscheidungen und ihre medialen Formen und Materialitäten.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">So ist zum einen festzustellen, dass Arbeit prominentes Motiv und Thema künstlerischer Reflexionen und Darstellungen ist – und zumal in ihnen selbst stets noch wirksam ist. Unser Phantasma der Arbeit ist in dieser Hinsicht geprägt von einer historisch und motivlich ausdifferenzierten Ikonographie in allen künstlerischen Feldern (Bildende Kunst, Tanz, Theater, Literatur). Dies ist der größere Zusammenhang des beantragten Netzwerks. Zum anderen – und dies ist die Thematik des Teilprojektes – lässt sich eine einfache Ausgangsbeobachtung festhalten: Das gesellschaftliche Erscheinen von Arbeit unterliegt einer medienästhetischen Gestaltung und medialen Strategien ihrer Repräsentation. Diese wandeln sich historisch und werden in populären und alltäglichen Darstellungen sichtbar – etwa in Lexika und Wörterbüchern, an Architekturen, in Zeitungen und Zeitschriften, in Fernseh- und Filmdokumentationen, in der Werbung, im Videoclip, auf Plakaten, in Familienphotoalben, in der Pressephotographie etc. Gesellschaftlich erscheint Arbeit insofern als medial bzw. medienästhetisch gestaltete Form.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Geht man also davon aus (wie es in der thematischen Vorstellung des Netzwerkes entfaltet ist), dass sich das Paradigma „Arbeit“ aus einer ganzen Reihe von Konnotationen zusammensetzt (Wertschöpfung und Naissancemetaphorik; Grenzbestimmung von Natur/Kultur; Formung und Disziplinierung des Körpers; Spannung von Materialität/Immaterialität; Korrelation mit Zukunfts- und Fortschrittsmodellen; Bindung von Individuum und Kollektiv und von Subjekt und Ding etc.), lässt sich für die Untersuchung einer „Medienästhetik der Arbeit“ fragen: Wie konstituiert die medienästhetische Repräsentation von Arbeit (und jener Konnotationen) in spezifischen, auf Kommunikation, Information und Unterhaltung abgestellten Medienformen und -komplexen unseren Blick auf das, was Arbeit gewesen sein könnte, heute ist oder sein wird? Eine solche Frage richtet sich auf Arbeit selbstverständlich nicht nur als „content“ von Medien – vielmehr wird sie erst zu einer medienästhetischen Frage, indem die Medialität des jeweiligen Mediums, etwa der Status und die Funktion des spezifischen Bild-Medium-Verhältnisses, für die kulturelle Selbstverständigung über „Arbeit“ berücksichtigt werden.</div>
<p>Dieser kulturelle Selbstverständigungsprozess darüber, welche Bedeutung und Funktion Arbeit gesellschaftlich und individuell hat, ist bedingt durch ästhetische Darstellungsentscheidungen und ihre medialen Formen und Materialitäten.</p>
<h2>Arbeit als Motiv künstlerischer Reflexion</h2>
<blockquote><p><span style="font-family: georgia, helvetica, arial, sans-serif; line-height: 22px;">Unser Phantasma der Arbeit ist geprägt von einer Ikonographie in allen künstlerischen Feldern</span></p></blockquote>
<p>So ist zum einen festzustellen, dass Arbeit prominentes Motiv und Thema künstlerischer Reflexionen und Darstellungen ist – und zumal in ihnen selbst stets noch wirksam ist. Unser Phantasma der Arbeit ist in dieser Hinsicht geprägt von einer historisch und motivlich ausdifferenzierten Ikonographie in allen künstlerischen Feldern (Bildende Kunst, Tanz, Theater, Literatur). Dies ist der größere Zusammenhang des beantragten Netzwerks. Zum anderen – und dies ist die Thematik des Teilprojektes – lässt sich eine einfache Ausgangsbeobachtung festhalten: Das gesellschaftliche Erscheinen von Arbeit unterliegt einer medienästhetischen Gestaltung und medialen Strategien ihrer Repräsentation. Diese wandeln sich historisch und werden in populären und alltäglichen Darstellungen sichtbar – etwa in Lexika und Wörterbüchern, an Architekturen, in Zeitungen und Zeitschriften, in Fernseh- und Filmdokumentationen, in der Werbung, im Videoclip, auf Plakaten, in Familienphotoalben, in der Pressephotographie etc. Gesellschaftlich erscheint Arbeit insofern als medial bzw. medienästhetisch gestaltete Form.</p>
<h2><span style="font-family: georgia, helvetica, arial, sans-serif; line-height: 22px;">Das Paradigma „Arbeit”</span></h2>
<blockquote><p><span style="font-family: georgia, helvetica, arial, sans-serif; line-height: 22px;">Wie konstituiert die medienästhetische Repräsentation von Arbei unseren Blick auf das, was Arbeit ist?</span></p></blockquote>
<p>Geht man also davon aus (wie es in der thematischen Vorstellung des Netzwerkes entfaltet ist), dass sich das Paradigma „Arbeit“ aus einer ganzen Reihe von Konnotationen zusammensetzt (Wertschöpfung und Naissancemetaphorik; Grenzbestimmung von Natur/Kultur; Formung und Disziplinierung des Körpers; Spannung von Materialität/Immaterialität; Korrelation mit Zukunfts- und Fortschrittsmodellen; Bindung von Individuum und Kollektiv und von Subjekt und Ding etc.), lässt sich für die Untersuchung einer „Medienästhetik der Arbeit“ fragen: Wie konstituiert die medienästhetische Repräsentation von Arbeit (und jener Konnotationen) in spezifischen, auf Kommunikation, Information und Unterhaltung abgestellten Medienformen und -komplexen unseren Blick auf das, was Arbeit gewesen sein könnte, heute ist oder sein wird? Eine solche Frage richtet sich auf Arbeit selbstverständlich nicht nur als „content“ von Medien – vielmehr wird sie erst zu einer medienästhetischen Frage, indem die Medialität des jeweiligen Mediums, etwa der Status und die Funktion des spezifischen Bild-Medium-Verhältnisses, für die kulturelle Selbstverständigung über „Arbeit“ berücksichtigt werden.</p>
]]></content:encoded>
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		<title>Schauspiel-Arbeit</title>
		<link>http://www.kunst-u-arbeit.de/teilprojekte/etzold-schauspiel-arbeit/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 19:09:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jörn Etzold</dc:creator>
				<category><![CDATA[Teilprojekte]]></category>

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		<description><![CDATA[Unter den zahlreichen Figuren, mit denen der Mensch der Moderne sich selbst zu definieren versucht, sind vielleicht die einflußreichsten der <em>Arbeiter</em> und der <em>Schauspieler</em>.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Indem er arbeitet, kann der „Bürger“ dem untätigen Adel entgegentreten, durch die Arbeit kann er sich – so paradigmatisch bei Locke – die Dinge aneignen und sein „Naturrecht“ an ihnen behaupten. Doch ist dieses „Naturrecht“ vor allem ein Recht auf Denaturalisierung; die moderne „Arbeit“ verändert die Dinge und die Welt unabsehbar.</p>
<p>Sie verändert auch den Menschen: Seine Natur wird es nunmehr sein, keine Natur zu haben. Die Figur dieser Un-Natur ist eben der Schauspieler: In ihm zeigt sich, so bei Diderot, daß der moderne Mensch fähig zur ständigen Permutation ist und als Wesen erscheint, das alles werden kann, weil es substanziell nichts ist (P. Lacoue-Labarthe). Die Ausgangsthese des geplanten Projekts lautet somit, daß das Entstehen der spezifisch modernen „Arbeit“ und eines spezifisch modernen Schauspielens voneinander untrennbar sind. Mehr noch: Im Schauspieler wird der neue Mensch experimentiert, der sich durch eine neue Form von Arbeit definiert.</p>
<p>Denn „Arbeit“ wird in der Moderne zu einer allumfassenden und unendlichen Tätigkeit, die nur noch im Zusammenhang einer universellen Kreditökonomie verstanden werden kann. Durch Arbeit bringt „der Mensch“ sich als unvollkommen und unendlich wandelbar selbst hervor. Dabei arbeitet er zugleich und wesentlich einen Kredit auf seine Zukunft ab, den er nie in Gänze wird tilgen können. In der modernen Arbeit ist also letztlich ein Akt des <em>Glaubens</em> zu sehen, da sie auf einen <em>Kredit</em> bezogen ist. Arbeit dient in der Moderne <em>ökonomisch</em> stets der vermehrten Rückzahlung eines Kredits, der auf sie gegeben wurde – des eingesetzten Kapitals –, und <em>anthropologisch</em> der Hervorbringung eines neuen Menschen, an dessen Zukunft einzig geglaubt werden kann und dessen Ideal dem gegenwärtigen Menschen die Forderung auferlegt, sich für die unendliche Permutation und Transfiguration stets offen zu halten.</p>
<p>Im Schauspieler aber wird dieser neue, unendlich wandelbare Mensch, der sich durch eine neuartige Art von kreditförmiger „Arbeit“ definiert, experimentiert. Der Schauspieler tritt als Medium einer unendlichen Verwandelbarkeit ins Zentrum eines neuen Theaters, das nicht mehr repräsentativ sein kann. Denn der Schauspieler des 19. Jahrhunderts repräsentiert nicht – keine Leidenschaften, keine Affekte, keine politische Macht. Er überträgt. Das Projekt untersucht die Verbindungen von Arbeit, Kreditökonomie, Glauben und Schauspiel in einem Zeitraum zwischen Diderot und den historischen  Avantgarden.</p>
<h3>Kurzbibliographie</h3>
<ul>
<li>Lacoue-Labarthe, Philippe: <em>L‘imitation des modernes</em>, Paris: Galilée 1986</li>
<li>–: <em>Poetique de l‘histoire</em>, Paris: Galilée 2002</li>
<li>Martersteig, Max: <em>Der Schauspieler. Ein künstlerisches Problem</em>, Leipzig: Diederichs 1900</li>
<li>Stanislawski, Konstantin: <em>Die Arbeit des Schauspielers an sich selbst</em>, 2 Bde. Berlin: Henschelverlag Kunst und Gesellschaft 1963</li>
<li>Vogl, Joseph: <em>Kalkül und Leidenschaft. Poetik des ökonomischen Menschen</em>, Zürich, Berlin: diaphanes 2008</li>
</ul>
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		<title>Anthropologie und Metaphorologie der Arbeit bei Nietzsche</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 11:48:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Martin Jörg Schäfer</dc:creator>
				<category><![CDATA[Teilprojekte]]></category>

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		<description><![CDATA[Nietzsches anthropologischer Entwurf steht an einer Schnittstellte zwischen den ästhetischen Theorien um 1800 und den aufkommenden ästhetischen Praktiken der künst lerischen Avantgarden des anfangenden 20. Jahrhunderts.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Von Nietzsches eher randständiger Kritik an der Arbeitsanthropologie her lässt sich sein Schreibprojekt als eine Radikalisierung des Widerstreits zwischen Ästhetik und Arbeitsanthropologie um 1800 aufschlüsseln, das gleichzeitig auch eine radikale Kritik der gesamten diskursiven Formation formuliert. Nietzsches Ausbruchs- und Überschreitungsphantasien weisen auf ästhetische Debatten des 20. Jahrhunderts und verdeutlichen deren Zusammenhang mit der Theorietradition.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">In diesem Rahmen möchte zeigen, inwieweit Nietzsches Schreibprojekt mit einer „Metaphorologie“ der Arbeit operiert. Nietzsches Kritik der zeitgenössischen Arbeitsgesellschaft (und sein Lob eines antiken Gegenmodells der Muße) haben wegen ihrer Pointiertheit und Pauschalität zwar einen großen Bekanntheitsgrad erlangt. Doch handelt es sich bei Arbeit und Muße zunächst um randständige Motive in Nietzsches Projekt. Seine Kritik an der „Arbeit“ zeigt sich jedoch als ein abwesender Beweggrund, von dem her zahlreiche Theoriefiguren sich metaphorisch organisieren und auf den sie gefluchtet bleiben. Nietzsches Kritik am Kausalitätsmodell, die Kritik an Wagner als dem Paradigma westlicher Dekadenz, die Kritik an deren asketischen Moralvorstellungen als einer ‚Sklavenmoral‘ und die ‚Lehre von der ewigen Wiederkunft des Gleichen‘ liefern auch umgekehrt eine Analyse und Kritik der Arbeitsanthropologie.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Diesen Zusammenhang möchte mein Teilprojekt rekonstruieren. Ich möchte in Nietzsches recht konventioneller Kulturkritik an zeitgenössischen Arbeitsformen eine Übersteigerung, eine Kritik und auch eine scharfe Analyse jener um 1800 entstandenen diskursiven Formationen zeigen, von denen auch die aktuellen Debatten um Arbeit und Kunst noch zehren.</div>
<p>Von Nietzsches eher randständiger Kritik an der Arbeitsanthropologie her lässt sich sein Schreibprojekt als eine Radikalisierung des Widerstreits zwischen Ästhetik und Arbeitsanthropologie um 1800 aufschlüsseln, das gleichzeitig auch eine radikale Kritik der gesamten diskursiven Formation formuliert. Nietzsches Ausbruchs- und Überschreitungsphantasien weisen auf ästhetische Debatten des 20. Jahrhunderts und verdeutlichen deren Zusammenhang mit der Theorietradition.</p>
<p>In diesem Rahmen möchte zeigen, inwieweit Nietzsches Schreibprojekt mit einer „Metaphorologie“ der Arbeit operiert. Nietzsches Kritik der zeitgenössischen Arbeitsgesellschaft (und sein Lob eines antiken Gegenmodells der Muße) haben wegen ihrer Pointiertheit und Pauschalität zwar einen großen Bekanntheitsgrad erlangt. Doch handelt es sich bei Arbeit und Muße zunächst um randständige Motive in Nietzsches Projekt. Seine Kritik an der „Arbeit“ zeigt sich jedoch als ein abwesender Beweggrund, von dem her zahlreiche Theoriefiguren sich metaphorisch organisieren und auf den sie gefluchtet bleiben. Nietzsches Kritik am Kausalitätsmodell, die Kritik an Wagner als dem Paradigma westlicher Dekadenz, die Kritik an deren asketischen Moralvorstellungen als einer ‚Sklavenmoral‘ und die ‚Lehre von der ewigen Wiederkunft des Gleichen‘ liefern auch umgekehrt eine Analyse und Kritik der Arbeitsanthropologie.</p>
<p>Diesen Zusammenhang möchte mein Teilprojekt rekonstruieren. Ich möchte in Nietzsches recht konventioneller Kulturkritik an zeitgenössischen Arbeitsformen eine Übersteigerung, eine Kritik und auch eine scharfe Analyse jener um 1800 entstandenen diskursiven Formationen zeigen, von denen auch die aktuellen Debatten um Arbeit und Kunst noch zehren.</p>
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		<title>Thematische Vorstellung des Netzwerks</title>
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		<pubDate>Sat, 03 Oct 2009 11:31:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Projekt]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Begriffe Kunst und Arbeit bezeichnen zwei Felder, deren Wechselwirkung das Zeitalter der Moderne maßgeblich geprägt hat. Eine zentrale These des Netzwerks ist, dass diese Interdependenz einen ausgezeichneten Zugang zum Verständnis von Produktivität und Produktion in der Moderne biete]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin: 0.0px 0.0px 0.0px 0.0px; line-height: 14.0px; font: 11.0px Arial;">
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">2.1 Thematische Vorstellung des Netzwerkes</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die Begriffe Kunst und Arbeit bezeichnen zwei Felder, deren Wechselwirkung das Zeitalter der Moderne maßgeblich geprägt hat. Eine zentrale These des Netzwerks ist, dass diese Interdependenz einen ausgezeichneten Zugang zum Verständnis von Produktivität und Produktion in der Moderne bietet. Weder die Herausbildung der neuzeitlichen Arbeitsanthropologie, in der Arbeit zur Wesensbestimmung des Menschen schlechthin wird, noch die Krise dieser anthropologischen Konzeption und die mit ihr verbundene Krise moderner Subjektivität sind ohne den Rekurs auf die Künste zu verstehen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die besondere Rolle künstlerischer Produktion liegt in ihren Möglichkeiten struktureller Mehrfachcodierung. Ausgezeichnet als Form des Schöpferischen ist sie die höchste Erfüllung dessen, was sich mit dem Begriff der Arbeit in der Neuzeit verbindet. Ihr wird eine paradigmatische Funktion für die Definition von Arbeit zugeschrieben. Zugleich war ihr Status als Arbeit immer wieder infragegestellt, da sie als Ideal kreativen Schaffens per se den alternativen Gegenentwurf zur Arbeit zu bilden scheint – einen Gegenentwurf, der gerade in jüngster Zeit wiederum durch die Übernahme von Begriffen wie Kreativität, Inszenierung etc. in das Arbeitsparadigma reintegriert werden soll und so geradezu Modellcharakter für einen zeitgenössischen Begriff von Arbeit erlangt.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Die Kunst bietet von der antiken vita contemplativa über die Formel vom „interesselosen Wohlgefallen“ bis hin zu Formen der Kritik, der Parodie und des Spiels den Ort für Möglichkeiten der An-Ökonomie, der Unterbrechung des und der Alternative zum Ökonomischen. Als wesentlich selbstreflexiv korrespondiert Kunst mit der Autoreflexivität moderner Arbeitsstrukturen. Ihre Selbstreflexivität zwingt – ungeachtet einer möglichen thematischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen der Arbeit – jedes Kunstwerk in ein Verhältnis zu seinem eigenen Produziertsein, macht Aussagen über den Prozess und das Produkt der Herstellung, demonstriert und vollzieht performativ seine eigene Gemachtheit. In dieser Weise mehrfachcodiert, lässt sich „Arbeit“ durch die Analyse künstlerischer Produktion zugleich von innen wie von außen befragen; die Kunst wird zu einem Grenzbegriff, der von Partizipation an und Opposition zur Arbeit geprägt ist. Arbeit und Kunst bilden in dieser Perspektive keine homogenen Bereiche, die sich bloß mimetisch oder kritisch aufeinander beziehen ließen, sondern benennen eine Reihe von Übertragungsformationen zwischen verschiedenen Diskursen, die an der Konfiguration des Wissens vom „modernen Menschen als homo oeconomicus“ beteiligt sind.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Das Netzwerk versteht es als sein zentrales Forschungsanliegen, ausgehend von der Mehrfachcodierung des Ästhetischen diese Anordnungen und Übertragungskonstellationen für die Analyse der Ausbildung und Entwicklung moderner Arbeitsanthropologie im Zeitraum vom Ende des 18. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts sowohl in systematischer als auch in historischer Hinsicht nutzbar zu machen. Folgende Untersuchungsfelder lassen sich skizzieren:</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">1) Entgrenzung und Verzeitlichung</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Entgrenzung und Verzeitlichung kennzeichnen sowohl die Entstehungsphase des modernen Arbeitsbegriffs um 1800 als auch seine Krise am Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Übergang von einer antiken Ökonomie mit der Orientierung an Bedürfnisbefriedigung zu einer politischen Nationalökonomie mit der Orientierung an Bedürfnissteigerung und einer Idee fortschreitender Expansion, Beschleunigung und Verzeitlichung beförderte die Herausbildung des modernen Arbeitsparadigmas und machte sowohl die Arbeit als auch den arbeitenden Menschen zu Zielen umfassender temporaler und räumlicher Regularien, Kontrollsysteme und Disziplinierungsmaßnahmen. Entgrenzungs- und Verzeitlichungsprozesse betreffen nicht nur die Produktion, sondern vor allen Dingen auch den Körper des sich als arbeitendes Wesen definierenden Menschen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Parallel dazu entwickelt sich das Konzept moderner Werkästhetik, in der sich der Mensch durch Arbeit als autonomes Wesen im Kunstwerk allererst selbst herstellt, in Ablösung vom Nachahmungsparadigma und seiner Repetitionsstruktur im Rahmen einer umfassenden Verzeitlichung und Historisierung der Kunst. Die Hervorbringung eines genuin „Neuen“, das dadurch möglich scheint, zielt nicht zuletzt auf die Illusion, über die Mittel zur Erzeugung selbständiger, lebendiger, autonomer Körper zu verfügen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Auch die Krise der Arbeitsanthropologie firmiert ebenso wie der ihr korrespondierende Befund vom „Ende der Werkästhetik“ im 20. Jahrhundert unter Begriffen wie Entgrenzung, Globalisierung und Totalisierung. Weder die Kunst noch die Arbeitsprozesse lassen sich noch adäquat als geschlossene, klar umrissene Produktionsprozesse mit dem Ziel der Herstellung von Werken/Gegenständen definieren. Die Entgrenzung wirkt nicht nur innerhalb der beiden Diskurse, sondern organisiert auch ihr Verhältnis. Es ist eine umfassende Ästhetisierung der Lebenswelt zu beobachten, die Arbeitswelt übernimmt Konzepte und Begrifflichkeiten der Kunst. War der Künstler am Beginn der Entstehung der modernen Arbeitsanthropologie noch der idealistische Gegenentwurf einer privilegierten, von äußeren Zwängen befreiten Arbeit, werden Teile der Lohnarbeit jetzt nach den Maßstäben des künstlerischen Schaffensprozesses organisiert.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Vor dem Hintergrund dieser Verschränkungen lassen sich folgende Leitfragen formulieren: Auf welche Weise wirkt Kunst jeweils an den Entgrenzungs- und Verzeitlichungsstrategien der Arbeit mit? Welche alternativen Zeitmodelle entwickelt sie – etwa „zugunsten des Müßiggangs“, als Ent-schleunigung, Rhythmisierung, Unterbrechung? In welcher Weise greift sie die Wiederholungs- und Automatisierungstendenzen moderner Arbeitsprozesse auf und integriert sie in ästhetische Selbstinszenierungen? Und inwieweit lassen sich dabei Korrespondenzen und Korrelationen ausmachen zwischen den ästhetischen Strategien um 1800 und einer Reflexion der Krise nach 1900 – etwa hinsichtlich einer Anthropologie der Leiblichkeit, einer Be- und Entgrenzung der Körper in Bezug auf ihr Verhältnis zum Raum und ihre Definition in der Zeit?</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">2) Arbeit, Autorschaft und Biopolitik</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Am Beginn der modernen Arbeitsanthropologie wie der modernen Werkästhetik steht die Idee der Selbstverwirklichung und Selbsterzeugung des Menschen durch Arbeit. Was sich in Abkehr vom christlichen Paradigma der Arbeit als Strafe in Folge des Sündenfalls bereits in der Renaissance abzeichnet, rückt um 1800 ins Zentrum des Arbeitsbegriffs: Originäre Schöpfung und souveräne Zeugung werden zum Inbegriff der Arbeit, und der Künstler als „Original-Genie“ wird zum Paradigma des autonomen, selbstbestimmten Individuums. Der Künstler und der Schaffensprozess lehnen sich dabei nicht nur an religiöse Schöpfermythen an, sondern greifen auch auf Semantiken der Biologie zurück. Der ästhetische Arbeitsbegriff wird durch die Verwendung des semantischen Felds der Zeugung naturalisiert und soll von technischen Herstellungsverfahren abgegrenzt werden: Die Autorschaft des autonomen Künstlers sei souveräne Zeugung eines lebendigen Körpers, nicht mechanische Herstellung künstlicher Automaten. Vorstellungen von Zeugung und Geburt treten an die Stelle von Fertigung und Produktion. Das ‚männlich’ konnotierte Feld der Arbeit korreliert auf diese Weise mit dem ‚weiblich’ konnotierten Feld biologischer Reproduktion, wobei bis ins 19. Jahrhundert der aktive Anteil an der Zeugung allein dem Mann zugestanden wurde. Begleitet wird dieser Naturalisierungsprozess von einer zunehmenden Pathologisierung des Müßiggangs als dem ästhetischen Alternativmodell zum Arbeitsparadigma. Unter Rückgriff auf die negativ konnotierten Ausformungen des Müßiggangs in antiken und mittelalterlichen Melancholie- und Acedia-Konzepten wird der naturhaften Erzeugung des lebendigen Kunstkörpers der krank- und wahnhafte Müßiggang gegenübergestellt. Diese doppelte Überlagerung des Arbeitsparadigmas mit dem semantischen Feld der Biologie im Rahmen der Ästhetik seit 1800 wird auch für die Krise des Arbeitsbegriffs im 20. Jh. wieder relevant. Das Ende der Werkästhetik ist begleitet vom „Tod des Autors“, d.h. vom Ende des Selbstschöpfungsmythos, der den Künstler zum vorbildlichen autonomen Subjekt stilisiert hat.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Parallel zum Autonomiediskurs zeichnet sich bereits ab dem Ende des 18. Jh. eine Übertragung/Erweiterung dieses Selbstschöpfungsmythos auf den Bereich moderner Biopolitik ab. Die Frage der Macht über das Leben wandelt sich im Verlauf der Moderne immer mehr zu der Frage nach der Macht, Leben herzustellen bzw. zu steigern, zu intensivieren und ‚qualitativ’ zu optimieren. Es ist zu untersuchen, in welcher Weise die Verschränkung von Gouvernementalität und Ökonomie hier auf ein in der Kunst vorgeprägtes Paradigma zurückgreift, bzw. inwieweit Kunst und politische Ökonomie im Wechselspiel dieses neue Wissen vom Menschen konfigurieren.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">3) Ästhetik, Arbeit und die Gestaltung von Kollektiven</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Moderne Arbeitsanthropologie und Autonomieästhetik verbinden sich über die gemeinsame Idee der selbstbestimmten, freien Gestaltung des Werkes, das als Werk denjenigen, der es schafft, seinerseits als freies Subjekt konstituiert. Diese Idee der befreienden Selbstkonstitution betrifft seit dem 18. Jahrhundert nicht nur den schaffenden Künstler, sondern wird auch auf seine Übertragbarkeit auf andere gesellschaftliche Bereiche und Produktionsformen überprüft. Das ästhetische Konzept der freien, selbstbestimmten Gestaltung wird so zum Leitfaden unterschiedlichster politischer Programme. Der „ästhetischen Erziehung des Menschen“ mit ihrem bürgerlich-liberalen Freiheitsideal und der marxistischen Redefinition des Arbeiters als politisches Subjekt der Emanzipation stehen die faschistische Politik der umfassenden Erzeugung und Gestaltung des Staats- und Volkskörpers als homogenes Werk durch die Aneignung und Einverleibung und/oder die Exklusion und die Auslöschung des Fremden entgegen.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Im späten 20. und 21. Jh. entstehen im Zuge der Übertragung künstlerischer Produktionsformen auf Prozesse des Zusammenarbeitens und -lebens in Wirtschaft und Gesellschaft wiederum neue Debatten über Kollektivität und damit auch neue Ansätze für die politische Theorie und Praxis. Reflexionen und Definitionen der künstlerischen Arbeit im Sinn einer sozialen, „relationalen Ästhetik“ (Bourriaud) beeinflussen Verständnis und Gestaltung von Politik: Offene, dynamische Kollektive gewinnen an Prominenz gegenüber Institutionen und festen Strukturen; die dezentrale, kollektive „Kreativität“ des Findens lokal und zeitlich spezifischer Lösungen etabliert sich als Leitwert, während generalisierende, sich durch den Bezug zur Einheit eines Ganzen oder die Allgemeinheit eines Verfahrens legitimierende Modelle des politischen Entscheidens in eine Krise geraten.</div>
<div id="_mcePaste" style="position: absolute; left: -10000px; top: 0px; width: 1px; height: 1px; overflow-x: hidden; overflow-y: hidden;">Das Netzwerk untersucht die unterschiedlichen Orientierungsfunktionen des ästhetischen Herstellungsparadigmas für gesellschaftliche und politische Prozesse. Gefragt wird zum einen historisch nach der Rolle eines am Ästhetischen ausgerichteten Arbeitsbegriffs für totalitäre Herrschaftsentwürfe und für deren Kritik. So lässt sich etwa im Rahmen ontologischer, typologischer und morphologischer Konzeptionen bei Heidegger und Jünger eine Verbindung von Arbeit und Kunst über die Idee der Gestaltung und Formung finden. Umgekehrt erfolgt der kritische Umgang mit dem Faschismus im Rahmen psychoanalytischer Arbeitskonzepte in Form von „Auf- und Durcharbeiten“ sowie unter Rückgriff auf die um 1800 etablierten Konzepte von Bildung und Erziehung. Zum anderen sollen aktuelle Tendenzen in der postfordistischen Organisation von Arbeit und Leben daraufhin befragt werden, welche neuen Formen der Ästhetisierung von Ökonomie und Politik sich im 21. Jahrhundert ausbilden.</div>
<p>Weder die Herausbildung der neuzeitlichen Arbeitsanthropologie, in der Arbeit zur Wesensbestimmung des Menschen schlechthin wird, noch die Krise dieser anthropologischen Konzeption und die mit ihr verbundene Krise moderner Subjektivität sind ohne den Rekurs auf die Künste zu verstehen.</p>
<p>Die besondere Rolle künstlerischer Produktion liegt in ihren Möglichkeiten struktureller Mehrfachcodierung. Ausgezeichnet als Form des Schöpferischen ist sie die höchste Erfüllung dessen, was sich mit dem Begriff der Arbeit in der Neuzeit verbindet. Ihr wird eine paradigmatische Funktion für die Definition von Arbeit zugeschrieben. Zugleich war ihr Status als Arbeit immer wieder infragegestellt, da sie als Ideal kreativen Schaffens per se den alternativen Gegenentwurf zur Arbeit zu bilden scheint – einen Gegenentwurf, der gerade in jüngster Zeit wiederum durch die Übernahme von Begriffen wie Kreativität, Inszenierung etc. in das Arbeitsparadigma reintegriert werden soll und so geradezu Modellcharakter für einen zeitgenössischen Begriff von Arbeit erlangt.</p>
<p>Die Kunst bietet von der antiken vita contemplativa über die Formel vom „interesselosen Wohlgefallen“ bis hin zu Formen der Kritik, der Parodie und des Spiels den Ort für Möglichkeiten der An-Ökonomie, der Unterbrechung des und der Alternative zum Ökonomischen. Als wesentlich selbstreflexiv korrespondiert Kunst mit der Autoreflexivität moderner Arbeitsstrukturen. Ihre Selbstreflexivität zwingt – ungeachtet einer möglichen thematischen Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Formen der Arbeit – jedes Kunstwerk in ein Verhältnis zu seinem eigenen Produziertsein, macht Aussagen über den Prozess und das Produkt der Herstellung, demonstriert und vollzieht performativ seine eigene Gemachtheit. In dieser Weise mehrfachcodiert, lässt sich „Arbeit“ durch die Analyse künstlerischer Produktion zugleich von innen wie von außen befragen; die Kunst wird zu einem Grenzbegriff, der von Partizipation an und Opposition zur Arbeit geprägt ist. Arbeit und Kunst bilden in dieser Perspektive keine homogenen Bereiche, die sich bloß mimetisch oder kritisch aufeinander beziehen ließen, sondern benennen eine Reihe von Übertragungsformationen zwischen verschiedenen Diskursen, die an der Konfiguration des Wissens vom „modernen Menschen als homo oeconomicus“ beteiligt sind.</p>
<p>Das Netzwerk versteht es als sein zentrales Forschungsanliegen, ausgehend von der Mehrfachcodierung des Ästhetischen diese Anordnungen und Übertragungskonstellationen für die Analyse der Ausbildung und Entwicklung moderner Arbeitsanthropologie im Zeitraum vom Ende des 18. bis zum Beginn des 21. Jahrhunderts sowohl in systematischer als auch in historischer Hinsicht nutzbar zu machen. Folgende Untersuchungsfelder lassen sich skizzieren:</p>
<h2 id="entgrenzung">1) Entgrenzung und Verzeitlichung</h2>
<p>Entgrenzung und Verzeitlichung kennzeichnen sowohl die Entstehungsphase des modernen Arbeitsbegriffs um 1800 als auch seine Krise am Beginn des 20. Jahrhunderts. Der Übergang von einer antiken Ökonomie mit der Orientierung an Bedürfnisbefriedigung zu einer politischen Nationalökonomie mit der Orientierung an Bedürfnissteigerung und einer Idee fortschreitender Expansion, Beschleunigung und Verzeitlichung beförderte die Herausbildung des modernen Arbeitsparadigmas und machte sowohl die Arbeit als auch den arbeitenden Menschen zu Zielen umfassender temporaler und räumlicher Regularien, Kontrollsysteme und Disziplinierungsmaßnahmen. Entgrenzungs- und Verzeitlichungsprozesse betreffen nicht nur die Produktion, sondern vor allen Dingen auch den Körper des sich als arbeitendes Wesen definierenden Menschen.</p>
<p>Parallel dazu entwickelt sich das Konzept moderner Werkästhetik, in der sich der Mensch durch Arbeit als autonomes Wesen im Kunstwerk allererst selbst herstellt, in Ablösung vom Nachahmungsparadigma und seiner Repetitionsstruktur im Rahmen einer umfassenden Verzeitlichung und Historisierung der Kunst. Die Hervorbringung eines genuin „Neuen“, das dadurch möglich scheint, zielt nicht zuletzt auf die Illusion, über die Mittel zur Erzeugung selbständiger, lebendiger, autonomer Körper zu verfügen.</p>
<p>Auch die Krise der Arbeitsanthropologie firmiert ebenso wie der ihr korrespondierende Befund vom „Ende der Werkästhetik“ im 20. Jahrhundert unter Begriffen wie Entgrenzung, Globalisierung und Totalisierung. Weder die Kunst noch die Arbeitsprozesse lassen sich noch adäquat als geschlossene, klar umrissene Produktionsprozesse mit dem Ziel der Herstellung von Werken/Gegenständen definieren. Die Entgrenzung wirkt nicht nur innerhalb der beiden Diskurse, sondern organisiert auch ihr Verhältnis. Es ist eine umfassende Ästhetisierung der Lebenswelt zu beobachten, die Arbeitswelt übernimmt Konzepte und Begrifflichkeiten der Kunst. War der Künstler am Beginn der Entstehung der modernen Arbeitsanthropologie noch der idealistische Gegenentwurf einer privilegierten, von äußeren Zwängen befreiten Arbeit, werden Teile der Lohnarbeit jetzt nach den Maßstäben des künstlerischen Schaffensprozesses organisiert.</p>
<p>Vor dem Hintergrund dieser Verschränkungen lassen sich folgende Leitfragen formulieren: Auf welche Weise wirkt Kunst jeweils an den Entgrenzungs- und Verzeitlichungsstrategien der Arbeit mit? Welche alternativen Zeitmodelle entwickelt sie – etwa „zugunsten des Müßiggangs“, als Ent-schleunigung, Rhythmisierung, Unterbrechung? In welcher Weise greift sie die Wiederholungs- und Automatisierungstendenzen moderner Arbeitsprozesse auf und integriert sie in ästhetische Selbstinszenierungen? Und inwieweit lassen sich dabei Korrespondenzen und Korrelationen ausmachen zwischen den ästhetischen Strategien um 1800 und einer Reflexion der Krise nach 1900 – etwa hinsichtlich einer Anthropologie der Leiblichkeit, einer Be- und Entgrenzung der Körper in Bezug auf ihr Verhältnis zum Raum und ihre Definition in der Zeit?</p>
<h2 id="arbeit">2) Arbeit, Autorschaft und Biopolitik</h2>
<p>Am Beginn der modernen Arbeitsanthropologie wie der modernen Werkästhetik steht die Idee der Selbstverwirklichung und Selbsterzeugung des Menschen durch Arbeit. Was sich in Abkehr vom christlichen Paradigma der Arbeit als Strafe in Folge des Sündenfalls bereits in der Renaissance abzeichnet, rückt um 1800 ins Zentrum des Arbeitsbegriffs: Originäre Schöpfung und souveräne Zeugung werden zum Inbegriff der Arbeit, und der Künstler als „Original-Genie“ wird zum Paradigma des autonomen, selbstbestimmten Individuums. Der Künstler und der Schaffensprozess lehnen sich dabei nicht nur an religiöse Schöpfermythen an, sondern greifen auch auf Semantiken der Biologie zurück. Der ästhetische Arbeitsbegriff wird durch die Verwendung des semantischen Felds der Zeugung naturalisiert und soll von technischen Herstellungsverfahren abgegrenzt werden: Die Autorschaft des autonomen Künstlers sei souveräne Zeugung eines lebendigen Körpers, nicht mechanische Herstellung künstlicher Automaten. Vorstellungen von Zeugung und Geburt treten an die Stelle von Fertigung und Produktion. Das ‚männlich’ konnotierte Feld der Arbeit korreliert auf diese Weise mit dem ‚weiblich’ konnotierten Feld biologischer Reproduktion, wobei bis ins 19. Jahrhundert der aktive Anteil an der Zeugung allein dem Mann zugestanden wurde. Begleitet wird dieser Naturalisierungsprozess von einer zunehmenden Pathologisierung des Müßiggangs als dem ästhetischen Alternativmodell zum Arbeitsparadigma. Unter Rückgriff auf die negativ konnotierten Ausformungen des Müßiggangs in antiken und mittelalterlichen Melancholie- und Acedia-Konzepten wird der naturhaften Erzeugung des lebendigen Kunstkörpers der krank- und wahnhafte Müßiggang gegenübergestellt. Diese doppelte Überlagerung des Arbeitsparadigmas mit dem semantischen Feld der Biologie im Rahmen der Ästhetik seit 1800 wird auch für die Krise des Arbeitsbegriffs im 20. Jh. wieder relevant. Das Ende der Werkästhetik ist begleitet vom „Tod des Autors“, d.h. vom Ende des Selbstschöpfungsmythos, der den Künstler zum vorbildlichen autonomen Subjekt stilisiert hat.</p>
<p>Parallel zum Autonomiediskurs zeichnet sich bereits ab dem Ende des 18. Jh. eine Übertragung/Erweiterung dieses Selbstschöpfungsmythos auf den Bereich moderner Biopolitik ab. Die Frage der Macht über das Leben wandelt sich im Verlauf der Moderne immer mehr zu der Frage nach der Macht, Leben herzustellen bzw. zu steigern, zu intensivieren und ‚qualitativ’ zu optimieren. Es ist zu untersuchen, in welcher Weise die Verschränkung von Gouvernementalität und Ökonomie hier auf ein in der Kunst vorgeprägtes Paradigma zurückgreift, bzw. inwieweit Kunst und politische Ökonomie im Wechselspiel dieses neue Wissen vom Menschen konfigurieren.</p>
<h2 id="aesthetik">3) Ästhetik, Arbeit und die Gestaltung von Kollektiven</h2>
<p>Moderne Arbeitsanthropologie und Autonomieästhetik verbinden sich über die gemeinsame Idee der selbstbestimmten, freien Gestaltung des Werkes, das als Werk denjenigen, der es schafft, seinerseits als freies Subjekt konstituiert. Diese Idee der befreienden Selbstkonstitution betrifft seit dem 18. Jahrhundert nicht nur den schaffenden Künstler, sondern wird auch auf seine Übertragbarkeit auf andere gesellschaftliche Bereiche und Produktionsformen überprüft. Das ästhetische Konzept der freien, selbstbestimmten Gestaltung wird so zum Leitfaden unterschiedlichster politischer Programme. Der „ästhetischen Erziehung des Menschen“ mit ihrem bürgerlich-liberalen Freiheitsideal und der marxistischen Redefinition des Arbeiters als politisches Subjekt der Emanzipation stehen die faschistische Politik der umfassenden Erzeugung und Gestaltung des Staats- und Volkskörpers als homogenes Werk durch die Aneignung und Einverleibung und/oder die Exklusion und die Auslöschung des Fremden entgegen.</p>
<p>Im späten 20. und 21. Jh. entstehen im Zuge der Übertragung künstlerischer Produktionsformen auf Prozesse des Zusammenarbeitens und -lebens in Wirtschaft und Gesellschaft wiederum neue Debatten über Kollektivität und damit auch neue Ansätze für die politische Theorie und Praxis. Reflexionen und Definitionen der künstlerischen Arbeit im Sinn einer sozialen, „relationalen Ästhetik“ (Bourriaud) beeinflussen Verständnis und Gestaltung von Politik: Offene, dynamische Kollektive gewinnen an Prominenz gegenüber Institutionen und festen Strukturen; die dezentrale, kollektive „Kreativität“ des Findens lokal und zeitlich spezifischer Lösungen etabliert sich als Leitwert, während generalisierende, sich durch den Bezug zur Einheit eines Ganzen oder die Allgemeinheit eines Verfahrens legitimierende Modelle des politischen Entscheidens in eine Krise geraten.</p>
<p>Das Netzwerk untersucht die unterschiedlichen Orientierungsfunktionen des ästhetischen Herstellungsparadigmas für gesellschaftliche und politische Prozesse. Gefragt wird zum einen historisch nach der Rolle eines am Ästhetischen ausgerichteten Arbeitsbegriffs für totalitäre Herrschaftsentwürfe und für deren Kritik. So lässt sich etwa im Rahmen ontologischer, typologischer und morphologischer Konzeptionen bei Heidegger und Jünger eine Verbindung von Arbeit und Kunst über die Idee der Gestaltung und Formung finden. Umgekehrt erfolgt der kritische Umgang mit dem Faschismus im Rahmen psychoanalytischer Arbeitskonzepte in Form von „Auf- und Durcharbeiten“ sowie unter Rückgriff auf die um 1800 etablierten Konzepte von Bildung und Erziehung. Zum anderen sollen aktuelle Tendenzen in der postfordistischen Organisation von Arbeit und Leben daraufhin befragt werden, welche neuen Formen der Ästhetisierung von Ökonomie und Politik sich im 21. Jahrhundert ausbilden.</p>
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		<title>Zusammenarbeiten. Zur Kollektivität des Produzierens in Kunst und Ökonomie</title>
		<link>http://www.kunst-u-arbeit.de/teilprojekte/van-eikels-zusammenarbeiten/</link>
		<comments>http://www.kunst-u-arbeit.de/teilprojekte/van-eikels-zusammenarbeiten/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 20:20:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai van Eikels</dc:creator>
				<category><![CDATA[Teilprojekte]]></category>

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		<description><![CDATA[In diesem Projekt analysiere ich Poetiken des Produzierens in Kunst und Wirtschaft im Hinblick auf die Vorstellungen von Kollektivität, die sie explizit thematisieren oder implizit mit ausbilden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die Ästhetik, die sich um 1800 im Anschluss an Kants <em>Kritik der Urteilskraft </em>formiert, sieht in der künstlerischen Tätigkeit eine privilegierte, der ‚normalen’ Arbeitstätigkeit überlegene Form des Produzierens. Sie traut ihr jedoch zu, in einer entsprechend veränderten, „poetisierten“ Ökonomie auch die Arbeit zu verwandeln. In einer solchen ästhetisch bestimmten Ökonomie soll dann prinzipiell jeder Arbeitende in den Genuss der schöpferischen Freiheit kommen.</p>
<p>Seit den 1990er Jahren zieht die wirtschaftsnahe Organisationstheorie künstlerische Produktionsweisen als Vorbild oder Inspirationsquelle heran. Das Team von Arbeitenden wird als ein flexibles Kollektiv von „kreativen“ Individuen verstanden. Die postfordistischen Konzepte von Arbeit orientieren sich weniger an einer Gruppenidentität oder Funktionshierarchien mit einem festen Leader. Sie setzen eher auf das dynamische Spiel von Wechselbeziehungen zwischen Arbeitenden. Man erprobt Improvisation im Jazz oder „Jamming“ als Modell für Zusammenarbeit, interpretiert „Schwarmintelligenz“ als „verteilte Kreativität“.</p>
<h2>Alternative Formen kollektiven Lebens und produktiver Zusammenarbeit</h2>
<p>Parallel denkt man auch in Kunst und Kunsttheorie seit ca. 2000 verstärkt über das Potenzial künstlerischer Arbeit nach, alternative Formen kollektiven Lebens und produktiver Zusammenarbeit zu entwickeln. Dabei wächst bei Künstlern und Theoretikern das Bewusstsein von der Schwierigkeit, Gegenentwürfe kollektiven Lebens und Arbeitens von postfordistischen Workflow-Visionen zu unterscheiden.</p>
<p>Das Projekt will diese widersprüchliche Situation erkunden, in der künstlerische und ökonomische Visionen des Kollektiven einander überlagern. Was sind die Kriterien des Nicht-Ökonomischen für unser Zusammenleben im 21. Jahrhundert?</p>
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		<title>Arbeit – Abwehr – Aufbau: „Aufarbeitung der Vergangenheit“ in der deutschen Nachkriegsliteratur zwischen Schuldabwehr und Neuaufbau</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Oct 2009 16:48:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Alexandra Kleihues</dc:creator>
				<category><![CDATA[Teilprojekte]]></category>

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		<description><![CDATA[Die Vertreter der deutschen Nachkriegsliteratur, zum größten Teil junge Kriegsheimkehrer, erhoben den Anspruch, nicht nur kritisch zurück-, sondern vor allem optimistisch in die Zukunft zu blicken. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Stärker als der Ruf nach Aufarbeitung der Vergangenheit war der nach einem Neuanfang, der sowohl personell als auch künstlerisch einen Bruch mit dem Nationalsozialismus markieren sollte. Dieser selbst geschaffene Mythos einer „Stunde Null“ ist angesichts der inzwischen aktenkundigen Ausgrenzung von Emigranten und Exilanten und der zunehmenden Aufdeckung personeller Kontinuitäten obsolet geworden. Schon die prägenden Schlagwörter „Kahlschlag“ und „Trümmerliteratur“ bezeugten allerdings, wie wenig die neue Generation dem militärisch-martialischen Jargon entwachsen war. Auch der Umgang mit der Schuld, so bereits zeitgenössische Diagnosen, hatte oft eher einen (auto-)destruktiven als einen sozial-konstruktiven Charakter. Von „Verleugnungsarbeit“ statt „Trauerarbeit“ war die Rede (A. u. M. Mitscherlich), von einem „Wegwischen“ der Erinnerung anstelle eines Bemühens um „helles Bewusstsein“ (Adorno).</p>
<h2>Umgang der deutschen Nachkriegliteratur mit dem Wissen um die nationalsozialistischen Verbrechen</h2>
<p>Das Teilprojekt sucht den Umgang der deutschen Nachkriegliteratur mit dem Wissen um die nationalsozialistischen Verbrechen insofern unter dem Begriff der Arbeit zu fassen, als dieser sowohl für das unvollständig eingelöste Desiderat als auch für die Performanz dessen, was geleistet oder immerhin angestrebt wurde, in Anschlag zu bringen ist. Die seit 1800 verbürgte semantische Nähe zum Begriff der Bildung und Erziehung sowie zur künstlerischen Selbstermächtigung öffnet überdies die Perspektive auf das ambivalente Verhältnis zum Reeducation-Projekt der Alliierten. Wenn beispielsweise Alfred Andersch gegen die „sogenannte Rück-Erziehung“ den „originalen Schöpfungsakt“ des neuen Schriftstellers setzt, so sind beide Begriffe letztlich dem Diskursfeld der Arbeit entlehnt.</p>
<p>Berücksichtigt wird demnach die psychoanalytische Dimension des Arbeitsbegriffs (Aufarbeiten, Durcharbeiten vs. Verdrängen, Verleugnen), aber auch dessen klassisches Erbe (Umerziehung, Reeducation vs. Neuaufaubau, Schöpfung). Einen dritten Bezugspunkt stellt die ideologische Inanspruchnahme des Arbeitsbegriffs im nationalsozialistischen System und dessen mögliche Umbesetzung in der Nachkriegsliteratur dar.</p>
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